Ärztemangel bei Hamburger Ämtern

Geschrieben von karina geideck am in Nicht auf Startseite, Pressespiegel

dbb aktuell vom 08.05.2014

Der Ärztemangel im öffentlichen Dienst ist auch in den Hamburger Justizvollzugsanstalten deutlich spürbar. Darauf haben der dbb hamburg und der Landesverband Hamburger Strafvollzugsbediensteter (LVHS) am 5. Mai 2014 in einer gemeinsamen Erklärung aufmerksam gemacht. Die Bediensteten und vor allem die Pflegekräfte in den Gefängnissen seien nicht nur stark belastet, sondern schon jetzt oft überfordert. Durch altersbedingte Abgänge sind drei von elf Ärztestellen in den Hamburger Justizvollzugsanstalten neu zu besetzen. Ausreichende Bewerbungen liegen nicht vor. „Ausschlaggebend für das mangelnde Interesse ist hier – wie auch in den Hamburger Gesundheitsämtern – die mäßige Bezahlung für Ärzte im öffentlichen Dienst und vor allem die mangelnde Entwicklungsmöglichkeit im Strafvollzug für Ärzte. Es wird vermehrt auf Honorarkräfte zurückgegriffen, die um einiges teurer als festes Personal und nicht ständig vor Ort sind“, erklärte der der dbb Landesvorsitzende Rudolf Klüver. „Der Ärztemangel führt zum Ausfall von Sprechtagen, so dass Medikationen oder Therapien nicht unverzüglich eingeleitet oder fortgesetzt werden können. Eine kontinuierliche und adäquate medizinische Versorgung ist anstaltsintern kaum noch gewährleistet. Das Erreichen von Vollzugszielen durch therapeutische Behandlung ist gefährdet.“

© 2014 dbb hamburg | Alle Rechte vorbehalten