Ärztemangel bei Hamburger Ämtern

Geschrieben von karina geideck am in Nicht auf Startseite, Pressespiegel

Morgenpost vom 05.04.2014

Viele Stellen bleiben unbesetzt – wegen des miesen Gehalts Sie kümmern sich um Vorschulkinder, psychisch Kranke, Suizid-Gefährdete und die Bekämpfung von Infektions- krankheiten. Doch die Arzte der Hamburger Gesundheitsämter sind vollkommen überlastet: Denn zehn Prozent der Stellen sind unbesetzt – wegen des miesen Gehalts. In den sieben Hamburger Gesundheitsämtern gibt es 90 Ärztestellen. Allerdings sind neun davon nicht besetzt. Das hat eine Umfrage des „Landesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes“ ergeben. Die Hauptursache seien die Gehälter. Denn die Ärzte im öffentlichen Dienst haben andere Tarifverträge und bekommen sehr viel weniger Gehalt als ihre Kollegen in Krankenhäusern. Im ersten Jahr sind es mehr als 850 Euro weniger pro Monat. Sparmaßnahmen mit massiven Folgen. Denn die Ärzte sind unter anderem dafür zuständig, alle Hamburger Kinder, die demnächst zur Schule kommen, zu untersuchen. „Im vergangenen Jahr konnten wegen des Personalmangels im Bezirk Mitte 42 Prozent der Kinder nicht untersucht werden. Es besteht die Gefahr, dass wir langsam ausbluten“, sagt Dr. Johannes Nießen (56). Vorsitzender des Landesverbandes.

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