Annehmbarer Tarifabschluss erreicht! Schlimmes verhindert!

Geschrieben von Helgard Kastner am in Infos des dbb hamburg

dbb hh-info 08/ 2019     

Einkommensrunde 2019

Eindrucksvolle Streiks und Aktionen hat der dbb hamburg veranstaltet,- tausende Tarifbeschäftigte und Beamte haben unsere Forderungen unterstützt und lieferten schließlich gute Argumente, um die Bastion der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu überzeugen“, bilanzierte dbb hamburg Vizechef Michael Adomat am Ende der Potsdamer Verhandlungen. Allerdings kann man nicht gänzlich zufrieden sein.

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Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat sich bis zum Ende schwergetan, durch konstruktive Tarifpolitik den Landesdienst attraktiver zu gestalten und der demografischen Entwicklung entgegenzusteuern. Letztlich dürften die Länder die wirklichen Verlierer dieser Tarifrunde sein, denn die bisher schlechte bis kaum vorhandene Bewerberlage wird in den nächsten Monaten und Jahren weiter zunehmen.

In den Verhandlungen hatte die TdL eine massive Gegenforderung gestellt. Sie wollte den so genannten Arbeitsvorgang neu definiert haben. Das klingt harmlos, hätte es aber in sich gehabt und zu einer spürbar schlechteren Eingruppierung für unzählige Beschäftigte geführt. Mit ihrem Vorhaben wollte die TdL die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts korrigieren. Damit wären durch die Hintertür viele materielle Vorteile unseres Abschlusses direkt wieder einkassiert worden. Dies konnte durch die Verhandlungsführer der Gewerkschaften verhindert werden.

Das Tarifergebnis in einer ersten Übersicht (Tabellenentgelte beigefügt): 

Erhöhungen der Tabellenentgelte:

Ab 01.01.2019 rückwirkend im Gesamtvolumen um 3,2 %

– Für die Stufe 1 der EG2 bis EG15 um 4,5 %

– Für die Stufen 2 – 6 linear um 3,01 % mindestens 100,-/Monat

Ab 01.01.2020 im Gesamtvolumen um 3,2 %

– Für die Stufe 1 der EG2 bis EG15 um 4,3 %

– Für die Stufen 2 – 6 linear um 3,12 % mindestens 90,-/Monat

Ab 01.01.2021 im Gesamtvolumen 1,4 %

– Für die Stufe 1 der EG2 bis EG15 um 1,8 %

– Für die Stufen 2 – 6 linear um 1,29 % mindestens 50,-/Monat

Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte: in zwei Schritten um 50 Euro (1.1.2019) und 50 Euro (1.1.2020)

So genannter Höhergruppierungsgewinn:

Rückwirkend ab 01.01.2019 kein Stufengleicher Aufstieg, aber Erhöhung des Garantiebetrages von:

– EG1 bis EG8 von 30,67 Euro auf 100,- Euro

– EG9 bis EG14 von 61,31 Euro auf 180,- Euro

Entzerrung der Entgeltgruppe 9

Einführung einer Entgeltgruppe EG9a und EG9b – beide Entgeltgruppen haben normale Stufenlaufzeiten. Die Entgeltgruppe 9a ist die sogenannte ehemalige EG9s.

Jahressonderzahlung / Weihnachtsgeld

Die Jahressonderzahlung bleibt für alle Tarifbeschäftigten im TV-L soweit erhalten. Sie nimmt jedoch in den Jahren 2019 bis 2022 nicht an den linearen Tariferhöhungen teil.

Laufzeit: 33 Monate (bis 30.09.2021)

gez. Michael Adomat; stellvertretender Landesbundvorsitzender

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