Bezirkliche Kundenzentren (II)

Geschrieben von Helgard Kastner am in Infos des dbb hamburg

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dbb hh-info 10/2017                                               

 Das Projekt OptiKuZ

Im Rahmen des bezirksübergreifenden Einspar-Projektes „Bezirksverwaltung 2020“ ist „OptiKuZ“ nur ein Teilprojekt zur Optimierung der Kundenzentren in den Bezirken. Das Projekt „Optimierung und Standardisierung der hamburgischen Kundenzentren“ (OptiKuz) wurde zum 02.01.2012 eingesetzt. Es beinhaltete insgesamt 21 Arbeitspakete, die eine grundlegende Verbesserung (Optimierung) der Arbeit in den Kundenzentren für die Beschäftigten, aber auch eine bessere Kundenzufriedenheit für die Bürgerinnen und Bürger zum Ziel hatte. Dieses Projekt hatte aber ebenso im Rahmen der senatsseitig vorgegebenen Einsparvorhaben zum Ziel, bezirksübergreifend zumindest 30 Stellen in den Kundenzentren dauerhaft abzubauen.

Das Projekt endete am 30.06.2014; der entsprechende Abschlussbericht wurde im Oktober 2014 vorgelegt.

Und tatsächlich: Von ehemals 230 Beschäftigten sank die Zahl der Beschäftigen in den KuZ bis zum Projektende auf unter 200.

Ungerührt von den zum Teil sehr emotional vorgetragenen Berichten der KuZ-Beschäftigten auf der Teilpersonalversammlung am 29.10.2014 zu deren misslichen Arbeitssituation wurde seitens der leitenden Führungskräfte lapidar darauf hingewiesen, dass noch mehr Personal eingespart werden müsse; laut Abschlussbericht OptiKuZ insgesamt nochmals 30 Stellen bis zum Jahr 2017….

Wie allseits bekannt, eskalierte die Situation in den Kundenzentren im Frühjahr 2016. Auf Grund der von den Bezirksamtsleitungen akribisch verfolgten Sparvorgaben waren so genannte Vakanzen in einer Größenordnung von zumindest weiteren 30 Stellen freigehalten worden, sodass von ehemals 230 nur noch 170 Stellen tatsächlich besetzt waren. Gänzlich vernachlässigt wurden dabei die gestiegenen Anforderungen und die Arbeitsmehrbelastung durch die Einführung der neuen Personalausweise.

Ohne auf die Vielzahl von Arbeitsprojekten von OptiKuZ und deren Erledigungen näher eingehen zu wollen, sind einige Arbeitsprojekte durch die Drucksache 21/7805 (Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion zur Angebotsoffensive für Hamburgs Kundenzentren) nun wieder in den Fokus geraten und diese haben in das neu aufgelegte Projekt „Neuorganisation Kundenzentren in Hamburg“ Eingang gefunden.

Wer auch immer für die derzeitige desolate Lage in den Kundenzentren vermeintlich oder gar tatsächlich verantwortlich ist, möge sich fortan daran erinnern, dass unzufriedene Bürgerinnen und Bürger sowie unzufriedene und überlastete Beschäftigte ihren Unmut auch in Form von politischer Willensbildung deutlich machen. So geschehen bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.

Eines muss klar sein: Ohne die Einbindung der Beschäftigten der Kundenzentren sowie der Personalräte und nicht zuletzt der Gewerkschaften in die neuen politischen Überlegungen zur bürgernahen Verwaltung bleibt der Erfolg des Projektes fraglich. Jetzt geht es vor allem um die tatsächliche Machbarkeit und nicht um eine politische „Hauruck-Umsetzung“.

Die nächste Folge der Serie über die Kundenzentren erscheint in der 23. Kalenderwoche; hier werden wir dann auf die gewerkschaftlichen Aktivitäten und Vorstellungen des dbb hamburg und der komba Hamburg zum neuen Projekt eingehen. 

gez. Rudolf Klüver

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