Bezirkliche Kundenzentren (III)

Geschrieben von Helgard Kastner am in Infos des dbb hamburg

dbb hh-info 11/2017                                                09.06.2017

Gewerkschaftspolitische Forderungen des dbb hamburg und komba Hamburg zur Neuorganisation Kundenzentren in Hamburg

Als nicht unbedingt überraschend, aber als dennoch bemerkenswert und zumindest irritierend bezeichnet der dbb hamburg und die komba hamburg die handwerklich fragwürdige Projekteinsetzungsverfügung vom 22.03.2017.

Bereits im Vorfeld des Antrages der SPD- und Grünenfraktion zur Angebotsoffensive für Hamburgs Kundenzentren (Drucksache 21/ 7805) „sickerte“ beim dbb hamburg durch, dass sich anscheinend die Leitung der Kasse Hamburg –an allen Beteiligten vorbei- zusätzliche Sporen verdienen will und dazu erste Vorstellungen „ganz nach oben“ gegeben hat. Es erschließt sich dem dbb hamburg nicht so recht, warum gerade die Kasse Hamburg sich als treibende Kraft herauskristallisierte…

Der dbb hamburg und die komba Hamburg führten daraufhin auf Einladung der SPD- und Grünenfraktion am 20.04.2017 ein erstes Gespräch mit den Spitzen der Fraktionen. In diesem offenen und konstruktiven Gespräch verdeutlichten dbb und komba ihre Positionen wie folgt:

  • Zum Gelingen eines solchen Projektes wird die Einbindung aller Beteiligten erwartet; dazu gehören auch die Beschäftigten in den Kundenzentren. Eine Diktion von oben gefährdet von Anfang die Akzeptanz für das Gesamtprojekt. 
  • Durchgehende Öffnungszeiten im Schichtbetrieb von Montag bis Freitag (07.00 – 19.00 Uhr) gehen an der Wirklichkeit vorbei. dbb und komba erwarten zumindest einen Tag bzw. zwei halbe Tage in der Woche, an denen die Kundenzentren hamburgweit für Back-Office-Arbeiten und Dienstbesprechungen geschlossen sind. 
  • Samstags-Öffnung und -Arbeit kommt nur für das in Mitte gelegene KuZ in Betracht. Dies auf absolut freiwilliger Basis. Die Bereitschaft für Samstags-Arbeit führt nicht zu einer Besserstellung im Beurteilungswesen.
  • Die notwendigen Schichtdienstpläne erstellen die jeweiligen Kundenzentren in „eigener“ Regie mit eigenem Personal. Für etwaige Vakanzen steht das Personal des Leitstandes zur Verfügung.
  • Die Kundenzentren haben hamburgweit gleiche Öffnungszeiten.
  • Die Reduzierung der Anzahl der KuZ von derzeit 19 (plus 1) auf insgesamt 15 wird mitgetragen; zu klären sind die jeweiligen Standorte.
  • Mobile Teams lehnen dbb und komba ab; hierzu wird auf die Erfahrungen aus dem Projekt OptiKuZ verwiesen.
  • dbb und komba erwarten für neue Beschäftigte nicht nur eine Einweisung, sondern vielmehr eine geeignete Qualifizierung.
  • Die vorhandenen eingearbeiteten Kräfte werden finanziell nicht schlechter gestellt als die neuen Kolleginnen und Kollegen.
  • dbb und komba fordern ein neues Personalbemessungssystem, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.

Über den Fortgang –auch über die möglichen Verhandlungen nach § 93 HmbPersVG- wird weiter berichtet. Die nächste Folge der Serie wird in der 24.KW veröffentlicht.

gez. Rudolf Klüver

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