dbb hamburg kritisiert unterschiedliche Bezahlung in den Jobcentern

Geschrieben von Michael Adomat am in Infos des dbb hamburg

argeSeit 2005 arbeiten Beschäftigte der Stadt und Beschäftigte der Bundesagentur gemeinsam in den Jobcentern; als Leistungssachbearbeiter oder Arbeitsvermittler. Für die gleichen Tätigkeiten erhalten sie eine unterschiedliche Bezahlung. Während die Beschäftigten der FHH nach dem Tarifvertrag der Länder (TV –L) bezahlt werden, richtet sich die Bezahlung der BABeschäftigten nach dem „hauseigenen“ Tarifvertrag Bundeagentur (TV BA).

Auf Grund dieser unterschiedlichen Tarifsysteme gab es schon immer Unterschiede in der Bezahlung. Diese sind jetzt aber unverhältnismäßig so groß geworden, weil die Bundesagentur die Zulagen im Tarifvertrag neu definiert hat.

Hier ein Beispiel:
Als Beschäftigter der BA erhält ein Leistungssachbearbeiter (LStKlasse 1) brutto 3271,66 €und netto 1930,88 € in der Vergütungsgruppe IV/ Erfahrungsstufe 2 des hauseigenen TV BA.

Der städtische Beschäftigte (LStKlasse 1) erhält für die gleiche Tätigkeit die Vergütungsgruppe 9/ Erfahrungsstufe 2 des TV –L brutto 2673,- € und netto 1704,- €. Noch nicht mit eingerechnet ist hier eine monatliche Zulage, die die BA seit Änderung des Tarifvertrages wegen Komplexität der Aufgabe/direkter Kundenkontakt) zusätzlich in Höhe von 218,20 € gewährt, sodass die Einkommensschere hier noch gewaltiger auseinanderklaffen dürfte.

Verschiedene Kommunen haben dieses Problem erkannt; so will die Stadt Mönchengladbach ihren Beschäftigten ab dem 01.Juli 2015 freiwillig eine vergleichbare Zulage zahlen. In anderen Kommunen soll es bereits zu Abwanderungen der städtischen Bediensteten gekommen sein, die bei der Stadt kündigten, um sich dann erfolgreich bei der BA zu bewerben und wieder eingestellt zu werden.

„Wir erwarten von der Stadt Hamburg, sich dieses Problems anzunehmen; es kann nicht sein, dass es hier mtl. Netto-Gehaltsunterschiede von über 300,– € gibt. Wenn Hamburg meint, sie müsse sich erst mit den anderen Bundesländern abstimmen, dann sollte sie dies schnellstens tun. Eine Kommune wie Mönchengladbach ist dazu eigenständig in der Lage,“ führt dbb Landeschef Rudolf Klüver aus. Außerdem dürften sich die Mehrbelastungen der Stadt in Grenzen halten. Der Bund trägt die Personalkosten auch für die FHHBeschäftigen bereits zu knapp 85 %…

 

 

 

Rudolf Klüver 08.05.2015
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