IT-Verfahren JuS IT – Silberstreifen am Horizont?

Geschrieben von Helgard Kastner am in Infos des dbb hamburg, Pressemitteilungen des dbb hamburg

dbb hh-info 07/ 2016
14.04.2016

Zu einem Spitzengespräch in kleiner Runde kamen am gestrigen Nachmittag Vertreter des dbb hamburg und des DGB Nord mit dem Amtsleiter für Familie, Uwe Riez, in der BASFI zusammen.

Grund dafür war ein gemeinsames Schreiben an die Senatorin Dr. Melanie Leonhard. In diesem Schreiben (beigefügt) wiesen die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften auf die immer noch vorliegenden vielfachen Probleme mit dem neuen IT-Verfahren JuS IT für den Jugendamtsbereich. Gleichzeitig erwarteten die Spitzenorganisationen von der Senatorin eine Zusage hinsichtlich des Ausschlusses von Haftungs- und Regressnahme, die den Beschäftigten aus Problemen mit der Software entstünden.
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Herr Riez als Bevollmächtigter der Senatorin sicherte den Spitzenorganisationen zu, dass sich die Senatorin nach wie vor an die Zusage des ehemaligen Senators Detlef Scheele gebunden fühle und keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter in Regress oder Haftung genommen werde bei Problemen, die sich aus der fehlerhaften und unzulänglichen Software ergeben würden.

Angesprochen auf die unzureichende Personalausstattung –u.a. auch in der Fachlichen Leitstelle der BASFI- führte Herr Riez aus, dass die fachliche Leitstelle jetzt nach und nach von derzeit 9 auf insgesamt 15 Beschäftigte aufgestockt werde. Im Hinblick auf die Personalausstattung in den Bezirken verwies Herr Riez auf die Zuständigkeit der Bezirke.

Große Hoffnungen setze man auf das „Release 2.3“, welches neben einer grundlegenden Umstellung der Basissoftware „Curam“ zum 24.07.2016 eingespielt werden würde. Damit sollen zumindest ein Großteil der bekannten Fehler und daraus resultierenden schwierigen Arbeitssituation der Beschäftigten beseitigt werden.

Zusätzlich zu der Einwerbung der üblichen Betriebsmittel habe man bei der Finanzbehörde für die Jahre 2017 bis 2019 finanzielle Mittel in Höhe von jährlich 800.000,– € eingefordert. Diese Mittel werden für die Optimierung und Weiterentwicklung von JUS IT benötigt, auch wenn das Projekt bereits in die Linie übergegangen ist. Hier sei man zuversichtlich, dass die Gelder auch bewilligt werden würden.

Insbesondere die Zusage der Senatorin zum Haftungs- und Regressausschluss sollte den Beschäftigten in den Jugendamtsbereichen (dazu gehört auch der ASD) etwas Last von den Schultern genommen sein.

Auch wenn es noch lange dauern wird bevor alles „rund“ läuft, scheint endlich ein Silberstreifen am Horizont langsam sichtbar werden.

Wir werden weiter berichten.

gez. Rudolf Klüver

 

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