Der Norden streikt!

Geschrieben von Michael Adomat am in Infos des dbb hamburg

10.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Hamburg auf der Straße

Die Gewerkschaften des dbb-Nordverbundes (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) sowie die DGB-Gewerkschaften hatten für den 26. März 2015 zu einem flächendeckenden ganztägigen Warnstreik in Hamburg aufgerufen. Gut 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der dbb- und DGB-Gewerkschaften versammelten sich nach einem zeitlich gestaffelten Sternmarsch auf dem Rathausmarkt in Hamburg.

(c) Fotos: Kastner/dbb, Oschatz/dbb

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Vorgeschaltet wurde eine Schweigeminute der dbb-Gewerkschaften auf dem Versammlungsort Millerntorplatz in Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich. 

Nach der Begrüßung durch die dbb Landesbundvorsitzenden Anke Schwitzer (Schleswig-Holstein) und Dietmar Knecht (Mecklenburg-Vorpommern) machten sich rund 3000 Beschäftigte –darunter auch eine Vielzahl von Beschäftigten des IT-Dienstleisters dataport- unter der Moderation des dbb-Landesstreikleiters Hamburg Michael Adomat auf den Weg zum gemeinsamen Treffpunkt mit den DGB-Gewerkschaften. 

Auf dem Marschweg des dbb vom Millerntorplatz über den Ring I zum Rathausmarkt kam der Straßenverkehr zeitweilig zum Erliegen. 

Hauptredner auf dem Rathausmarkt war der Verhandlungsführer und erster stellv. Bundesvorsitzender des dbb Willi Russ, der in seiner Rede die völlig unverständliche Blockadehaltung der öffentlichen Arbeitgeber anprangerte. Anscheinend müsse man die Arbeitgeber zur Arbeit tragen. Drei ergebnislose Verhandlungsrunden seien ein Ausdruck von Arbeitsverweigerung. Die Lustlosigkeit und Ahnungslosigkeit der Arbeitgeber sind der Ausdruck mangelnder Wertschätzung der Beschäftigten. Die fast ausschließlich sozialdemokratisch regierten Nordländer könnten sich auch in die Riege der Verweigerer einordnen, dies entspreche gewiss nicht dem sozialdemokratischen Grundverständnis. 

Der Hamburger dbb Landesvorsitzende Rudolf Klüver prangerte die Geldverschwendung in dubiosen Großprojekten an und wies darauf hin, dass ein gut funktionierender öffentlicher Dienst einen Anspruch auf anständige Bezahlung habe. Der Ruf nach einem starken Staat sei nicht weniger geworden; das hätten alle Bürgerinnen und Bürger verstanden; nur die Arbeitgeber lernen nichts dazu. Er forderte alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes auf, sich endlich gewerkschaftlich zu organisieren. Es könne nicht sein, dass die Gewerkschaften um jeden Euro kämpfen und die „Trittbrettfahrer“ sich auch noch beschweren würden, wenn nicht genug Geld „rüberkommen“ würde.

 

 Rudolf Klüver 26.03.2015

 

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