Einkommensrunde Bund/Kommunen 2016

Geschrieben von Michael Adomat am in Infos des dbb hamburg

Licht und Schatten

Bei der Entgeltordnung, der Zusatzversorgung und der Linearanpassung wurden zweifellos Erfolge erzielt, bewertet der dbb hamburg das Tarifergebnis für die Beschäftigten von Bund und Kommunen.

Bild1Nachdem die Länder und der Bund bereits seit Jahren eine eigene Entgeltordnung haben ist die Einigung auf eine Entgeltordnung für die kommunalen Beschäftigten nach jahrelangen zähen Verhandlungen nahezu ein struktureller Meilenstein. In Verbindung mit der 4,75 prozentigen linearen Entgelterhöhung tatsächlich eine spürbare Einkommensverbesserung, die die Kolleginnen und Kollegen mehr als verdient haben. Jedoch mussten die Tarifbeschäftigten der kommunalen Arbeitgeber-Verbände die Einführung der mehr als überfälligen Entgeltordnung durch das Einfrieren ihrer Sonderzuwendung teuer erkaufen.

Dem neuerlichen Versuch, Einschnitte bei der betrieblichen Zusatzversorgung festzuschreiben, konnten die Gewerkschaften mit einem flexiblen Ansatz verhindern.

Bei der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden und bei der sachgrundlosen Befristung konnten wir die Arbeitgeber leider nicht von ihrem Irrweg abbringen. Bund und Kommunen schaden damit weiter der Attraktivität des öffentlichen Dienstes, vor allem bei jungen Kolleginnen und Kollegen. Das wird sich angesichts der demografischen Entwicklung in Konkurrenz zur privat Wirtschaft um die „besten Köpfe“ noch rächen.

Der dbb hamburg erinnerte jedoch daran, dass die Einkommensrunde 2016 für den dbb erst dann abgeschlossen ist, wenn die Tarifeinigung zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfänger des Bundes übertragen worden sind.

Die Eckpunkte der Einigung im Überblick:

– Lineare Entgelterhöhung ab 1. März 2016 um 2,4 Prozent und ab
  1. Februar 2017 um weitere 2,35 Prozent

– Entgelterhöhung für die Auszubildenden ab 1. März 2016 um 35,- Euro und ab
   1. Februar 2017 um weitere 30 Euro (+ jährlichem Lehrmittelzuschuss von 50 Euro)

– Neue Entgeltordnung im kommunalen Bereich ab 2017 (inklusive stufengleicher Höhergruppierung)

– Flexible Absicherung der kommunalen Versorgungskassen (konkreter Nachweis des Bedarfs,
   paritätischen Finanzierung,  Arbeitnehmerbeitrag bis 0,4 Prozent)

 

gez. Michael Adomat
Stellvertretender Landesbundvorsitzender

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