Kinderschutz ist Risiko

Geschrieben von Michael Adomat am in Pressemitteilungen des dbb hamburg

Gemeinsame Presseerklärung dbb-hamburg und DBSH

 

Bereits im April 2016 hat der dbb hamburg, zusammen mit seiner Fachgewerkschaft DBSH (Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit), in einem mehrseitigen Schriftsatz versucht, die Gefahren und die Risiken des Kinderschutzes in Hamburg darzustellen.

shoes-619523Diese Darstellung hatte der dbb hamburg allen Mitgliedern des bürgerschaftlichen Familien-, Kinder- und Jugendausschusses übersandt. Auch die Medien wurden darüber in Kenntnis gesetzt (Schriftsatz daher nochmals anbei).

Am 24.05.2016 führte der dbb hamburg und der DBSH auf Grund des beschriebenen Schriftsatzes ein erstes Gespräch mit demzuständigen Amtsleiter in der BASFI.

„Sicherlich gibt es bereits eine Vielzahl von Regeln für den Kinderschutz, egal ob in einer Pflegefamilie oder bei den leiblichen Eltern selbst. Kindeswohlgefährdung findet aber vor allem im undefinierten Bereich statt. Das Leben ist bunter als ein Vorschriftenband. Nur der Sozialarbeiter oder die Sozialpädagogin können vor Ort die Lage einschätzen und ihre Schlussfolgerungen daraus ziehen. Manchmal muss man sogar das Regelwerk verlassen, um Vertrauen aufbauen zu können. Und Prognosen richten sich immer in die Zukunft. Sicherheiten und Risiken können nur abgewogen werden; eine 100%ige Sicherheit, dass das Vorhergesehene eintritt, gibt es nicht und wird es nicht geben. Von daher muss man akzeptieren, dass sich die Kinderschutzarbeit immer in einem „Hochsicherheitsrisiko-Bereich“ abspielt,“ führt dbb Chef Rudolf Klüver aus.

Die Einrichtung einer Enquete-Kommission ist dabei sicherlich ein weiteres Instrument zum besseren Kinderschutz. „Wir sind mit unseren Fachleuten des DBSH gerne mit dabei, wenn es darum geht entscheidende Fortschritte zum besseren Schutz der Jüngsten unserer Gesellschaft zu entwickeln. Der von uns entwickelte und beigefügte Schriftsatz beinhaltet bereits einige Punkte, wie man es besser machen könnte. Schuldzuweisungen an Politik oder die Beschäftigten mitsamt ihren Vorgesetzten bringen uns nicht so recht weiter. Richtig ist, dass zu viele Akteure zum Teil unabgestimmt agieren; das muss in jedem Fall besser werden,“ so Klüver abschließend.


Hamburg, 30.05.2016

Anlagen: Kinderschutz und seine Risiken

© 2014 dbb hamburg | Alle Rechte vorbehalten