Kundenzentren vor Kollaps?

Geschrieben von karina geideck am in Nicht auf Startseite, Pressespiegel

Behördenspiegel KW 45/2014

Klüver: Bürgernahe Verwaltung am Ende ihrer Kräfte (BS/jf) In Hamburg sollen im Rahmen des bezirksübergreifenden Projektes „Bezirksverwaltung 2020“ die Kundenzentren optimiert werden, die Auslastung erhöht und Wartezeiten Verringert werden. Dies führt zu heftiger Kritik.

Bei einer Teilpersonalversammlung kam es zum Eklat, berichtete Rudolf Klüver, Landeschef des DBB Beamtenbund und Tarifunion in Hamburg. Einzelne Beschäftigte seien in Tränen ausgebrochen angesichts der Arbeitssituation. Grund ist die Personalsituation. Der Personalkörper ist von vormals 230 Beschäftigten auf 206 gesunken. Die Krankheitsquote auf 20 Prozent gestiegen. Zusätzlich wird Personal bei der Abwicklung, Planung und Durchführung der Terminvergabe gebunden. Die soll eigentlich über ein Online-Terminmanagement erfolgen, doch haben ältere und in der Mobilität eingeschränkte Personen auch die Möglichkeit, ohne Termin ihre Anliegen wahrzunehmen – Wartezeiten inklusive.
Die Stimmung unter den Beschäftigten habe den Nullpunkt bereits unterschritten, kaum jemand komme noch gern zur Arbeit, teilweise würden pro Tag länger als zehn Stunden gearbeitet, ein klarer Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz. „Die bürgernahe Verwaltung ist am Ende ihrer Kräfte“, betont Klüver. Unverständlich sind für ihn der Wille zum Sparen einerseits und die Aufrechterhaltung von Kleinst-Kundenzentren. Im Stadtteil Finkenwerder arbeiten 1,5 Vollzeitkräfte vor Ort, in Walddörfer drei, in St. Pauli und Wilhelmsburg jeweils fünf. „Die Politik sollte sich überlegen, was sie tatsächlich will. Einsparungen ja bitte, aber wenn es um die Sinnhaftigkeit von kleinsten Verwaltungseinheiten geht, dann ist der Politik das Hemd näher als die Hose“, so Klüver abschließend.

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