Kundenzentrum? Nur mobiles Angebot

Geschrieben von Helgard Kastner am in Infos des dbb hamburg

Hamburger Wochenblatt vom 13.12.2017 von Michael Hertel

Bezirk stellt SERVICE für Bramfelder vor

BRAMFELD „Das Kundenzentrum Bramfeld ist tot. Die Mitarbeiter wurden schon nach Wandsbek versetzt“. Mit diesen drastischen Worten kommentierte der CDU-Bezirksabgeordnete Sandro Kappe die Antwort des Bezirksamtes Wandsbek auf seine Kleine Anfrage in Sachen Kundenzentren. Für das neue Jahr stellt sich die Situation im Bezirk wie folgt dar: An den Kundenzentren Wandsbek-Kern, Alstertal und Rahlstedt sollen die Wochentags-Öffnungszeiten schrittweise auf werktags 7 bis 19 Uhr (60 Wochenstunden) ausgeweitet werden. An den Kundenzentren Bramfeld (voraussichtlich ab 1. April 2018) und Walddörfer (Volksdorf, ab 1. März) gibt es zweimal wöchentlich nur noch ein mobiles Angebot. Laut Bezirksamt wurde der für das Kundenzentrum Walddörfer Ende Januar auslaufende Mietvertrag nicht verlängert. Weitere Verträge laufen mittelfristig aus: Bramfeld Ende Mai 2021 und Alstertal Ende Dezember 2021. Kritik am Projekt „Neuorganisation der Kundenzentren in Hamburg“ übt der Landeschef des dbb Beamtenbundes, Rudolf Klüver: „Dieses Projekt, das jetzt rund 18 Millionen Euro kostet, wäre überflüssig, wenn der Senat nicht über Jahre massiv Personal gespart hätte – von rund 220 Mitarbeitern im Jahr 2000 ging es zwischenzeitlich runter auf 160. Noch letztes Jahr gab es 25 Prozent unbesetzte Stellen. Inzwischen wird auf Teufel komm raus wieder eingestellt.“ Für die kleineren Kundenzentren sieht Klüver schwarz, während an den großen Einheiten sogar Schichtdienst eingeführt werde: „Das Ganze geschieht auf dem Rücken der Beschäftigten.“ Dagegen wird die Neuorganisation von den Wandsbeker Koalitionären begrüßt. Anja Quast (SPD-Fraktionsvorsitzende) sieht einen „wichtigen Schritt, die Öffnungszeiten verlässlicher und einheitlicher“ zu gestalten. Die Wartezeiten werden deutlich geringer ausfallen. Dafür könne man auch einen etwas weiteren Weg in Kauf nehmen. Grünen-Fraktionschef Dennis Paustian-Döscher setzt sich dafür ein, dass der mobile Service am Kundenzentrum Bramfeld langfristig erhalten bleibt.

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