Unruhe in den Hamburger Jobcentern – Überstunden an der Tagesordnung

Geschrieben von karina geideck am in Nicht auf Startseite, Pressespiegel

dbb aktuell vom 05.02.2015

Unzumutbare Arbeitsverhältnisse in einzelnen Hamburger Jobcentern sind am 30. Januar 2015 vom dbb hamburg kritisiert worden.

So sorge ein neues IT-Verfahren mit Namen ALLEGRO, das seit August 2014 das veraltete Verfahren A 2LL abgelöst hat, für Ärger, weil es technisch kaum möglich und datenschutz-rechtlich bedenklich sei, die vorhandenen Daten aus dem alten in das neue System zu überspielen. Vorab mussten alle betroffenen Beschäftigten geschult werden, was für entsprechende Personalausfälle in den Jobcentern sorgte. Ende 2014 wurde zudem die Bundesagentur für Arbeit von der Bundesregierung – im laufenden Umstellungsprozess – unter dem Stichwort „Kassensicherheit in IT-Verfahren“ angewiesen, für sämtliche Leistungen und Änderungen ausschließlich das „Vier-Augen-System“ anzuwenden. Selbst kleinste zu berücksichtigende Mieterhöhungen dürften nicht mehr – wie früher üblich – eingegeben und verfügt werden, sondern bedürfen nun einer zusätzlichen Kontrolle.

„Die Kontrollwut nimmt mehr und mehr absurde Züge an; die Beschäftigten sind völlig überlastet, Krankheitsquote und Arbeitsmengen steigen und die Angst vor aggressiven Kunden wächst, weil nicht sichergestellt werden kann, dass alle Leistungsberechtigten ihr Geld rechtzeitig erhalten“, zählt dbb Landeschef Rudolf Klüver auf. Wieder einmal müssten die Beschäftigten das unbedachte Vorgehen der politisch Verantwortlichen ausbaden, weil gleich mehrere Neuerungen parallel eingeführt werden.
(05/04/15)

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