Warnstreik dataport

Geschrieben von Michael Adomat am in Pressemitteilungen des dbb hamburg

500 Beschäftigte auf der Straße

Vor der Hamburger Niederlassung an der Billstraße kam es heute bei einer gemeinsamen Warnstreikaktion des dbb hamburg und ver.di zu einigen Straßensperrungen rund um den S-Bahnhof Rothenburgsort. Gut 500 Beschäftigte – auch aus Bremen, Kiel-Altenholz, Rostock und Sachsen-Anhalt – machten ihrem Unmut gegenüber der Arbeitgeber lautstark Luft.
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Die Gewerkschaften fordern 6,5 % mehr Lohn, mindestens aber 200,- € mtl. für den eigenen Haustarifvertrag.
War man während der Verhandlungsrunden bereits auf einem guten Weg, blockiert jetzt der Verwaltungsrat des landesübergreifenden IT-Dienstleisters dataport seine Zustimmung.

Der dbb-Landesstreikleiter Michael Adomat stellte in seiner Rede die weitgehend sozialdemokratisch regierten Partnerländer von dataport an den Pranger: „In Bremen, in Hamburg, in Schleswig Holstein in Mecklenburg Vorpommern, in Niedersachsen und auch in Sachsen Anhalt ist die SPD zumindest in Regierungsverantwortung und hält es nicht für nötig, einer fast ausgehandelten Lohnerhöhung im Verwaltungsrat zuzustimmen. Das ist nackte Blockadehaltung! Arbeitsverdichtung, Sparmaßnahmen, Kostendruck und Stellenstreichungen gehören heute zum Alltag aller Beschäftigten,- das ist bei dataport nicht anders!“

Rudolf Klüver, Landesvorsitzender des dbb hamburg, verwies auf die Unfähigkeit der wechselnden Landesregierungen sich gegen die ausufernden und falsch kalkulierten Kosten der IT-Branche zur Wehr zu setzen. „Wer dann noch mehrere IT-Großprojekte quasi zeitgleich einführt, eine zwingend notwendige Behörden- und Landesabsprache unterbleibt, versteht nichts von der Realität und überschreitet die Grenze der Leidensfähigkeit hier bei dataport. Letztendlich sind es die Beschäftigten von dataport die Leidtragenden, die unausgereifte und mangelhafte IT-Verfahren umsetzen müssen!“

Am Mittwoch (29.04.2015) gehen die Tarifverhandlungen in eine neue Runde. Sollte auch dann keine Einigung erzielt und die Verhandlungen für gescheitert erklärt werden, sind Urabstimmung und flächendeckende Streiks nicht auszuschließen. Dies dürften besonders die Landesbehörden zu spüren bekommen, denn ohne IT-Dienstleistungen werden viele PC-Bildschirme dunkel bleiben…

 

Rudolf Klüver
Landesbundvorsitzender
27.04.2015
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