Info dbb-hamburg Nr. 35/25

dbb Bundestarifkommission beschließt die Tarifforderung für die TV-L-Runde 2025/2026!

18. November 2025

Die Bundestarifkommission des dbb hat gestern in Berlin die Tarifforderung für die TV-L-Tarifrunde 2025/2026 beschlossen.

Auch mehrere Kolleginnen und Kollegen aus dem dbb hamburg haben daran teilgenommen und ihre Stimme abgegeben. Hier ein Auszug unserer Forderung:

Entgelt:

·         Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 7 Prozent, mindestens

·         aber 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten

·         Erhöhung der Schicht- und Wechselschichtzulage

·         Stufengleicher Aufstieg bei Höhergruppierungen

·         Erhöhung der Zeitzuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte und Errechnung auf der Basis der individuellen Stufe, mindestens jedoch der Stufe 3

·         bei einer Laufzeit von 12 Monaten

Auszubildende und Studierende:

·         Übernahme der Auszubildenden und dual Studierenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung unbefristet und in Vollzeit im erlernten Beruf

·         Tarifierung der Arbeitsbedingungen der studentischen Beschäftigten, insbesondere: einheitliches Mindeststundenentgelt

·         von 17 Euro im ersten Beschäftigungsjahr, 18 Euro im zweiten Beschäftigungsjahr und 19 Euro ab dem dritten Beschäftigungsjahr (Beginn ab dem ersten Arbeitsvertrag);

·         Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten für jeden einzelnen Vertrag;

·         Mindeststundenumfang von 40 Stunden pro Monat (Unterschreitung nur auf Antrag der Beschäftigten)

 

Die Erwartungen des dbb

Beschäftigte:

·         Angleichung der Arbeitsbedingungen im Tarifgebiet Ost an das Tarifgebiet West, insbesondere: Regelung zur ordentlichen Unkündbarkeit, Angleichung der Arbeitszeit an Unikliniken

·         Erhöhung der Attraktivität der Arbeitsbedingungen im Länderbereich, insbesondere durch stufengleiche Höhergruppierung und Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulagen nach dem Vorbild des TVöD

·         Mitgliedervorteilsregelung: ein zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder

·         Einführung eines Sonderkündigungsrechts der Sonderregelungen für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst  (§ 52 TV-L)

·         Einstieg in Verhandlungen zur Reform der Entgeltordnung Länder

·         Umsetzung der Verhandlungszusage zum TV EntgO-L aus 2019, insbesondere zur vollständigen Einführung der Paralleltabelle für tarifbeschäftigte Lehrkräfte

Auszubildende, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten:

·         Übernahme in Stufe 2 der jeweiligen Entgeltgruppe nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung

·         Mobilitätszuschuss als Wahlmodell: Übernahme des Deutschlandtickets oder Tankkostenzuschuss in Höhe von 50 Euro

·         Tarifierung der praxisintegriert dual Studierenden

Beamtinnen und Beamte, Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger:

·         zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsemfänger der Länder und Kommunen

 

Die Verhandlungen starten am 03.12.2025 in Berlin und werden dann Mitte Januar 2026 und Mitte Februar 2026 in Potsdam fortgesetzt und hoffentlich erfolgreich beendet. Anders als im Bereich des TVöD, der für Bund und Kommunen gilt, gibt es im TV-L keine Schlichtungsvereinbarung. Das erhöht den Druck, in den jetzt vereinbarten Tarifverhandlungen, zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dbb.de/einkommensrunde/einkommensrunde-2026.

Thomas Treff, Vorsitzender des dbb hamburg beamtenbund und tarifunion, zur gestern beschlossenen Tarifforderung: "Die beschlossene Tarifforderung ist aus mehreren Gründen sehr plausibel.

Zum einen entspricht sie den Forderungen und Erwartungen unserer Mitglieder, die wir insbesondere in den Regionalkonferenzen des dbb entgegengenommen haben.

Die Höhe der Förderung angemessen, um die Kaufkraftverluste durch die Inflation auszugleichen.

Ein wesentlicher Punkt ist für mich, dass die Forderungen insgesamt ein Attraktivitätspaket für den öffentlichen Dienst in Hamburg darstellen, um überhaupt noch um Fach- und Arbeitskräfte konkurrieren zu können. Dazu brauchen wir eine deutliche strukturelle Verbesserung des TV-L (Stichwort: stufengleicher Aufstieg) .

Einen funktionierenden hamburgischen öffentlichen Dienst gibt es in Zukunft nur, wenn wir jetzt nicht endgültig den Anschluss an den TVöD und die Privatwirtschaft verlieren. Unser Forderungspaket ist ein wichtiger Baustein dafür, dass unser hamburgischer öffentlicher Dienst auch in Zukunft handlungsfähig bleibt“, so Thomas Treff abschließend.

Thomas Treff

(Vorsitzender dbb-hamburg)