dbb hamburg Info Nr. 23/2026

Hat unser Warnstreik gewirkt? Tarifverhandlungen bei der STR wieder aufgenommen!

12. August 2026

Die Tarifverhandlungen über einen eigenständigen Haustarifvertrag für die Beschäftigten der Stadtteilreinigungsgesellschaft mbH (STR) sind wieder in Bewegung gekommen.

Am 11. August 2026 haben der dbb hamburg und die Arbeitgeberseite die zuletzt festgefahrenen Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. Nach dem deutlichen Warnstreik im Juli und den zunächst verhärteten Positionen ist es gelungen, wieder in konstruktive Gespräche einzusteigen.

Im Verlauf der Verhandlungsrunde zogen sich beide Seiten mehrfach zu internen Beratungen zurück und legten überarbeitete Konzepte vor. Dabei wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, die einen Weg zu einem tragfähigen Tarifabschluss eröffnen könnten.

dbb hamburg bleibt dabei: Nicht unter 15,60 Euro!

Die Arbeitgeberseite hat mehrfach darauf hingewiesen, dass eine entsprechende Erhöhung der Tabellenentgelte aufgrund branchenüblicher Verpflichtungen aus ihrer Sicht nicht möglich sei.

Für den dbb hamburg steht jedoch fest: Ein Abschluss, bei dem im Ergebnis weniger als 15,60 Euro pro Stunde bei den Beschäftigten ankommen, ist mit uns nicht zu machen. Das entspricht einem Euro mehr als dem gesetzlichen Mindestlohn von 14,60 Euro, der ab Januar 2027 gelten wird.

In den inzwischen konstruktiven Gesprächen wurden verschiedene Szenarien erörtert, die möglicherweise in ein Wahlmodell für die Beschäftigten münden könnten. Für Einzelheiten ist es allerdings noch zu früh, da hierzu auf beiden Seiten noch rechtliche und tarifliche Fragen abschließend zu klären sind.

Positiv ist, dass inzwischen Einigkeit darüber besteht, dass den Beschäftigten der STR mehr geboten werden muss als eine Vergütung auf Mindestlohnniveau. Sollte dieses Ziel nicht ausschließlich über die Tabellenentgelte erreicht werden können, müssen andere tarifliche Wege gefunden werden. Für den dbb hamburg zählt dabei das Gesamtpaket – und vor allem das, was am Ende tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt.

Dazu Michael Adomat, Verhandlungsführer des dbb hamburg:
„Unser Warnstreik hat offensichtlich Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen gebracht. Dass wir inzwischen konstruktiv über verschiedene Lösungswege und ein mögliches Wahlmodell sprechen, ist ein wichtiger Fortschritt.

Entscheidend ist für uns am Ende aber nicht, ob die 15,60 Euro vollständig in der Entgelttabelle stehen. Viel wichtiger ist, dass mindestens 15,60 Euro pro Stunde tatsächlich im Portemonnaie unserer Kolleginnen und Kollegen ankommen.“

Altersvorsorge wieder auf der Tagesordnung

Ein weiterer Schwerpunkt der Verhandlungen war die betriebliche Altersvorsorge. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendiskussion auf Bundesebene gewinnt eine verlässliche zusätzliche Absicherung im Alter weiter an Bedeutung.

Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite haben sich deshalb darauf verständigt, dieses Thema wieder aufzugreifen und hierzu ebenfalls eine tarifvertragliche Regelung auszuhandeln.

„Neben einer angemessenen Bezahlung heute müssen wir auch die soziale Absicherung unserer Kolleginnen und Kollegen von morgen im Blick behalten“, so Michael Adomat.

Wie geht es weiter?

Die Tarifverhandlungen werden am 24. August 2026 fortgesetzt. Ziel ist es, die noch offenen Fragen zu klären und möglichst zu einem Tarifabschluss zu kommen.

Bis dahin gilt: Wir verhandeln weiter – konstruktiv, aber mit klaren Erwartungen.

Michael Adomat

(Stellvertretender Vorsitzender dbb hamburg beamtenbund und tarifunion)