
Selten standen Tarifverhandlungen so sehr auf der Kippe wie in dieser Runde. Über weite Strecken drohte ein Scheitern der Gespräche. Hauptstreitpunkt während der gesamten Verhandlungsphase war die sogenannte Hamburg-Zulage.
Nach intensiven und teilweise sehr schwierigen Gesprächen ist es uns schließlich vor Ort in Potsdam gelungen, die Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass es ein politischer und tariflicher Irrsinn gewesen wäre, die Tarifverhandlungen für alle Länder (außer Hessen) an den betroffenen rund 7.000 Tarifbeschäftigten in Hamburg scheitern zu lassen.
Das Ergebnis:
Die Hamburg-Zulage kommt – wie Ende Oktober 2025 verhandelt und bereits mit Herrn Finanzsenator Dr. Andreas Dressel vereinbart!
Sie umfasst:
die Hamburg-Zulage für bürgernahe Dienstleistungen,
Nachdem dieses zentrale und besonders schwierige Thema geklärt war, konnten auch die weiteren Verhandlungspunkte zum Abschluss gebracht werden.
Weitere Eckpunkte der Tarifrunde:
Lineare Entgelterhöhung um + 5,8 %
- 1.4.2026 2,8 % mindestens ab 110,- €
- 1.3.2027 2,0 %
- 1.1.2028 1,0 %
Auszubildende:
- 1.4.2026 60,- €
- 1.3.2027 60,- €
- 1.1.2028 30,- €
Erhöhung der Schicht- und Wechselschichtzulagen ab 01.07.2026
- Schichtzulage 100,- €
- Wechselschichtzulage 200,- €
Damit konnte ein wichtiges Signal gesetzt werden: Die Beschäftigten der Länder werden linear nicht schlechter gestellt als ihre Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen.
Ein Wermutstropfen bleibt:
Leider ist es uns nicht gelungen, für die fünf Leermonate einen finanziellen Ausgleich durchzusetzen. Auch der „stufengleiche Aufstieg“ fiel leider der Gesamteinigung zum Opfer.
Fazit:
Besonders die Durchsetzung der Hamburg-Zulage zeigt deutlich: Hartnäckigkeit, Zusammenhalt und Ausdauer zahlen sich aus.
Dieser Erfolg ist kein Zufall – er ist das Ergebnis von Engagement, Verhandlungsstärke und dem Druck, den viele Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Einsatz unterstützt haben.
Gleichzeitig zeigt die Tarifrunde aber auch:
Es wäre mit Sicherheit noch mehr möglich gewesen, wenn sich noch mehr Beschäftigte an den Warnstreik- und Protestmaßnahmen beteiligt hätten.
Wie geht es jetzt weiter?
Der dbb hamburg fordert, dass das Tarifergebnis jetzt schnell umgesetzt wird und dass eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten, sowie die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger erfolgt.
Dazu werden wir bereits am 16.02.2026 Gespräche mit dem Personalamt aufnehmen.
Thomas Treff Michael Adomat
Vorsitzender stv. Vorsitzender
dbb hamburg dbb hamburg